in situ

1999 | UNTERNEHMEN MITTE _ ehemals Schweizerische Volksbank

Der ehemaligen Hauptsitz der schweizerischen Volksbank wird zum «Haus der Mitte», einem Ort für künstlerische Umtriebe mitten in der Stadt. Eine Nutzungsänderung vom reinen Büro zum multikulturellen Haus des permanenten Provisoriums findet statt. Diese wird realisiert durch einen schrittweisen Rück- und Umbau unter grösstmöglicher Wiederverwendung der am Ort demontierten Bauteile und -Materialien.

 

Das Gebäude war zwischen 1950 und 1980 verschiedentlich umgebaut und mit vielen Applikationen versehen worden. Es drängte sich auf, diese Inkrustrationen zu entfernen und das Gebäude auf seine ursprüngliche Struktur zurück zu bauen. Unter Schichten von Bodenbelägen und Unterlagsböden kamen zum Teil intakte Plattenböden oder Parkettböden zum Vorschein.

KAFFEEHAUS Neben dem grossen Kaffeehaus in der Schalterhalle im EG wurden analog zu den Raucher- und Nichtraucherabteilen der Eisenbahn die zwei Cafés «fumare - non fumare» eingerichtet. Ohne radikale Eingriffe in die Bausubstanz ist ein attraktiver Treffpunkt mit einem Angebot für gute und schnelle Verpflegung entstanden.

BANK Die freie Gemeinschaftsbank BCL zügelte ihren Hauptsitz von Dornach nach Basel und verdoppelte die Bürofläche. Neugestaltung des Schalterbereiches, der Büros und der Sitzungszimmer im 2. OG.

LITERATURHAUS Für das neugegründete Literaturhaus wurden im 3. OG ein teilbarer Lesesaal, Foyer und Büros eingerichtet.

SCHRIFTSTELLERWOHNUNG Die Wohnung soll den hier eingeladenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern einen angenehmen Aufenthalt und optimale Arbeitsbedingungen gewährleisten.

SIA PREIS Mit dem SIA Preis will der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein das Thema Nachhaltigkeit fördern und vertiefen. Anhand der «Kriterien für nachhaltiges Bauen» wurde das Projekt «Volksbank Basel - Umstrukturierung aufgrund von Nutzungsänderung» in der Kategorie «Konzepte» mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Die Nachhaltigkeit wird folgendermassen begründet: Durch das Angebot an verschieden grossen, öffentlichen Versammlungsräumen wird eine grössere Benutzerdichte angestrebt (Reduktion des Flächenbedarfes der einzelnen Firmen im Haus). Durch die Wiederverwendung von vorhandenen Bauteilen wird eine Reduktion der Material- und Stoffflüsse beim Bauen erreicht. Durch schrittweise technische und organisatorische Massnahmen wird eine Reduktion des Energieverbrauches angestrebt. Durch die Verwendung von massiven, ökologisch unbedenklichen Materialien wird die Lebensdauer des Gebäudes erhöht. Die besondere Qualität der angestrebten Umnutzung besteht in der Schaffung eines Freiraumes, in welchem ein neuer Umgang mit sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Fragestellungen entwickelt und erprobt werden kann.

Entwurf, Planung und Ausführung laufen parallel und werden als künstlerischer Prozess aller Beteiligten verstanden. Der Bau wird nie «fertig» sein, denn der dynamische Prozess geht immer weiter - der Weg ist das Ziel ...

 

PROJEKT Unternehmen Mitte, Umnutzung Bürohaus mit Läden  

ORT Gerbergasse 30, Basel
BAUJAHR 1999
BAUHERRSCHAFT Stiftung Edith Maryon
PROJEKTLEITUNG Barbara Buser | Eric Honegger

ZUSAMMENARBEIT Unternehmen Mitte GmbH

 

www.mitte.ch