in situ

2004 | PFEFFINGERHOF _ ehemals Weleda

Mit dem Umzug der WELEDA vom Dorfzentrum ins Industriegebiet von Arlesheim wurde das ehemalige Produktions- und Verwaltungsgebäude zum Verkauf  freigegeben.Die Ita Wegman Klinik wollte das Gebäude übernehmen und mittelfristig zu einem Zentrum für Komplementärmedizin ausbauen. Dank dem Kauf der Liegenschaft durch die Edith Maryon Stiftung konnte diese langfristig für den gewünschten Zweck sichergestellt werden, ohne dass die IWK ihre Eigenmittel  binden musste; die IWK übernahm das Gebäude von der EMS im Baurecht.

BAULICHE MASSNAHMEN Die bestehenden Räume wurden mit möglichst geringem finanziellem Aufwand für eine differenzierte Nutzung während der nächsten zehn Jahre eingerichtet.. Die Reduktion des Energiebedarfes, sowie die Verwendung biologisch einwandfreier, dauerhafter Baumaterialien wurden gefordert. (z.B. Ersatz der alten Fenster) Vor allem galt es, die baulichen Massnahmen auf ein Minimum zu beschränken. Wo bauliche Massnahmen unvermeidlich waren, hatte das Weiter- und Wiederverwenden Priorität vor dem Ersetzen. Noch brauchbare Bauteile wurden via Bauteilbörse einer Wiederverwendung  zugeführt. dieses differenzierte Vorgehen ist für Planer und Bauleiter viel anspruchsvoller , lohnt sich jedoch für alle Beteiligten: Ein bewusster, schonender Umgang mit der bestehenden Bausubstanz schlägt sich nicht nur in der Oekobilanz und der Atmosphäre, sondern auch in tieferen Mietzinsen nieder. Grosse Ausgaben verursachten die Anpassungen an die Feuerpolizeilichen Vorschriften (Brandabschnitte, Blitzschutzanlage). Für Personen mit Behinderungen wurde der Eingangsbereich am Stollenrain mit einer Rampe versehen. Ein neuer Lift macht den gesamten Hauptbau rollstuhlgängig.

NUTZUNGEN Medizinische und therapeutische Nutzungen im Zusammenhang mit der Ita Wegman Klinik ergänzen und komplettieren das Angebot der Klinik und machen den Pfeffingerhof zu einer wichtigen Adresse im Dienste der Gesundheit: dies drei Arztpraxen, das Medizinische Trainingszentrum SIRIUS, die Ausbildung Pflege, die Weiterbildung Pflege, eine bildende Kunsttherapie, eine Tanztherapie, eine Praxis für Alexandertechnik sowie ein Sprachheilkindergarten. Die Familienräume und die Büros der Sozialberatung der Gemeinde Arlesheim bilden im Pfeffingerhof einen Pfeiler des sozialen Arlesheim. Allen Mietern, aber auch Aussenstehenden zugänglich ist der grosse Veranstaltungssaal mit 100 Plätzen und ab nächsten Sommer das im lauschigen Innenhof gelegene Bistro.

Das ebenfalls öffentlich zugängliche Hostel Butterfly mit seinen 50 Betten bietet eine günstige Übernachtungsmöglichkeit im Birseck. Verschiedene weitere Einzelnutzungen wie eine Computerschule, ein Büro für Gartenarchitektur, sowie Archiv- und Lagernutzungen in den Kellerräumen komplettieren das Angebot.

 

PROJEKT Pfeffingerhof, Umnutzung Produktionsgebäude  

ORT Stollenrain 15, Arlesheim
BAUJAHR 2004
BAUHERRSCHAFT Ita Wegmann Klinik | Gemeinde Arlesheim
PROJEKTLEITUNG Paul Boppart

ZUSAMMENARBEIT Kantensprung Verwaltung GmbH