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TaWo // BUNT, NACHHALTIG, ENERGIEAUTARK: DER SILOTURM AUF DEM GUNDELDINGERFELD IST FERTIG

von Daniela Gschweng: «... Rost statt Lack In den neuen Räumen wird noch kräftig gebohrt und geschraubt. Auf den Innenböden liegen zum Schutz des Parkettbodens noch Papierplanen, auf der Aussentreppe herrscht Hochbetrieb. Im zweiten Stock kümmert sich die Architektin Rosemarie Schwarz gerade um die Inneneinrichtung.

«Seit gestern ist sie rostig», sagt Schwarz erfreut und meint nicht die Kücheneinheit, sondern die Aussentreppe. In der Nacht zuvor hat es geregnet, die Treppenverkleidung hat nun den derzeit angesagten Farbton rostorange. Das ist Teil des Gestaltungskonzepts und wird so bleiben. «Die Treppe werden wir wohl noch ölen müssen», fügt Barbara Buser pragmatisch hinzu. «Sonst schleppt man bei nassem Wetter rostiges Wasser nach innen.»

Nachhaltig geplant und gebaut Wo möglich, wurde im neuen Siloturm nachhaltig geplant und gebaut. Es finden sich wiederverwertete Materialien. So ist ein Teil der sanitären Anlagen gebraucht und stammt von der Bauteilbörse. Für die Aufzugsverkleidung wurden Metallplatten aus dem Walzwerk Münchenstein verwendet. Die Aufzugskabine, die demnächst fertig sein wird, soll mit farbigem Plexiglas verkleidet werden.

Sehenswertestes und bisher farbigstes Detail ist die mit Platten verkleidete Aussenfassade des Betonbaus. Hinter der Verkleidung verbirgt sich Hightech. Was aussieht wie eine hübsche Wandverschalung, sind farbige Solarpanels. Vom Hof aus kann man das nicht sehen. Auf dem Balkon im zweiten Stock kann man die Waben erkennen, wenn man sehr nah davor steht.

Den Strom macht die Fassade

Die Panels sind Teil eines Projekts, das zusammen mit der Fachhochschule Nordwestschweiz entwickelt wurde. In den nächsten Monaten soll gemessen werden, welche Panelfarbe den meisten Strom liefert. Die gewonnene Energie wird für den Siloturm selbst verwendet, Überschüsse werden auf dem Gelände verteilt. Geplant ist schon eine Art Speichereinheit aus alten Lastwagenbatterien.

Gestalten konnten die Mieter ihre Räume selbst. Im zweiten Stock treffen wir Helge Holz, einen Osteopathen, der aus einem anderen Gebäude auf dem Gelände in den Silobau ziehen wird. Holz hat sich für Lehmputz entschieden, der neben dem wohnlichen Effekt auch noch als akustische Dämmung wirkt und viel Lärm schluckt.

Anders macht das der Verein EcoSolidar, der in den dritten Stock einziehen wird. Dort wurde die Betonwand farbig gestrichen. Im künftigen Sitzungszimmer im obersten Stockwerk wurden die Wände absichtlich roh gelassen. Entstanden ist ein Raum zwischen Halle, Hütte und Loft. «Das ist für mich Kunst», sagt Barbara Buser. «So was kann man nicht bauen. Das ist schon da.»

Bunt, nachhaltig, energieautark: der Sil
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